Wie entstehen die Kosten eines Welpen?
Ein verantwortungsvoller Züchter muss sich an die Regeln des ÖKV halten. Dazu gibt es zahlreiche Anforderungen, die mit hohen Ausgaben verbunden sind.
Zuerst muss man einen Zuchtstättennamen beantragen und bezahlen.
Dann kann man eine Hündin und einen Rüden anschaffen, die nur mit FCI Stammbaum in das österreichische Zuchtbuch eingetragen werden. Das bereitet wieder Kosten.
Die erste Anschaffung eines gesunden Welpen für die Zucht kostet mit Transport meistens zwischen 2400 und 3000 Euro.
Die zukünftigen Eltern müssen sehr intensiv gepflegt werden, da sie bis zur Ausstellung langhaarig bleiben müssen. Das kostet nicht nur viel Zeit, sondern auch richtige und gute Pflegeartikel.
Die Ausstellung für eine Zuchtzulassung erfolgt erst im Alter von frühestens 1,5 Jahren. Dazu kommen die Kosten für Fahrt, Ausstellungsgebühren, Übernachtung, Verpflegung, Hundesitter dazu, was an einem Wochenende bei 3 Ausstellungen für einen Hund ca. 900 Euro kostet.
Für die Zuchtzulassung benötigt man auch ab dem 12. Lebensmonat eine spezielle Augenuntersuchung (140 Euro) und eine Patellauntersuchung (55 Euro).
Jetzt kann die Zuchtzulassung beantragt und bezahlt werden.
Mit ca. 2 Jahren darf die Hündin gedeckt werden. Die Decktaxe bei Fremddeckung kostet ca. 1000 Euro oder auch mehr.
Im Laufe der Trächtigkeit wird ein Trächtigkeitsultraschall und ein Trächtigkeitsröntgen gemacht, was wieder einiges kostet.
Endlich werden die Welpen geboren, hoffentlich gesund und ohne Probleme. Denn ein Kaiserschnitt außerhalb der Öffnungszeiten hat seinen Preis. Man kann mit ca. 800 bis 1000 Euro rechnen.
Hurra, nun sind die Welpen sind da!
Die Geburt bringt viel Freude ins Haus, aber sie kann auch sehr anstrengend sein. Denn die Wartezeit bis die Welpen da sind, kann mehr als einen Tag und eine Nacht dauern, wo man ständig bereit sein muss.
Ab der Geburt beginnt eine anspruchsvolle Zeit für den Züchter. Der Welpenstall muss zuvor hergerichtet werden mit passenden Decken, Wärmelampen und später Spielsachen. Diese Anschaffungen müssen auch immer wieder erneuert werden. Hier fallen laufende Kosten an.
Ab der 4. Woche bekommen die Welpen ihren Brei.
Außerdem werden sie in der 3. und 5. und 7. Lebenswoche 3x je 3 Tage mit Panacur Paste entwurmt. Somit fallen Kosten für Futter und Medikamente an.
Die Aufzucht ist ein schönes Erlebnis, aber man gerät oft an seine Grenzen. Beispielsweise kommt es vor, dass zugefüttert werden muss...alle 2 Stunden Tag und Nacht, bis ein Welpe selbst fressen kann.
Oder es kann vorkommen, dass Durchfall auftaucht. Da muss man spezielle Nahrung und Enteroferment geben. Ganz wichtig ist auch die Sauberkeit. Daher wird der Welpenstall ständig mit Desinfektionsmitteln aufgewaschen, die nicht gerade billig sind.
Die Arbeit der Aufzucht ist mit viel Verzicht verbunden, kein Urlaub, ständige Anwesenheit, Bereitschaft bei Tag und Nacht. Sollte das gratis sein?
Wenn man bedenkt, dass ein Hundesitter mindestens 10 Euro pro Stunde verlangt, kann man sich ausrechnen, wie viele Stunden bei der Aufzucht bis mindestens zur 9. Woche anfallen. Dabei handelt es sich um 756 Tagesstunden, aber auch nachts muss man bereit sein.
Außerdem bedenke man die erhöhten Heizkosten vorallem im Winter (bei Geburt 25 Grad, dann 22 Grad im Welpenzimmer) und die Kosten für das fast tägliche Wäsche waschen.
Der Züchter schreibt mails, whatsapp, fotografiert und verschickt Fotos, telefoniert und das kostet mehr Stunden als man denkt.
Jetzt ist es soweit. Die Welpen sind 8 Wochen alt und der Besuch beim Tierarzt steht an. Sie werden geimpft, gechipt, abgehört und bekommen einen Vermerk in der Wurfabnahme für den ÖKV, dass (hoffentlich) alles in Ordnung ist. Dabei fallen wieder Kosten von ca. 120 Euro pro Welpe an.
Zu Hause wird danach der Feragen Elterngentest vorbereitet. Der Abstrich der Mundschleimhaut wird mit den Eltern verglichen und die Elternschaft bestätigt. Auch das kostet pro Welpe einiges Geld.
Danach wird die Wurfabnahme dem ÖKV geschickt, der die Ahnentafeln ausstellt. Auch diese sind nicht billig.
So nebenbei fallen Tierarztkosten für die Erwachsenen Zuchttiere an, Futter, Medikamente und Pflegeartikel.
Vielleicht verstehen nun einige Menschen, warum ein Welpe nicht billig sein kann. Alles wird genau geplant und nicht dem Zufall überlassen.
Wichtiger als der Kaufpreis ist, dass man den Welpen ein angenehmes Zuhause mit entsprechender Pflege, Zeit und Erziehung bieten kann, was in der Großstadt bzw. in zu kleinen Wohnungen schlecht möglich ist.